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Komödie in 2 Akten von Renate Urfer und Paul Thomet
Bearbeitung Andreas Herzog
Die Geschichte mag Ihnen aus zahlreichen Büchern oder Kinofilmen bekannt vorkommen: ein Erdenbürger steht vor der Himmelspforte - und darf nicht rein. Entweder war er zu ungläubig oder oberflächlich. Andere sündigten am laufenden Band und hatten damit den Pass zur Hölle schon lange in der Tasche, wurden aber erst jetzt entlarvt. Was ist denn nun mit dem Fegefeuer? In einigen Geschichten, und so ist es auch bei „Paradies retour“, darf der Sünder noch einmal auf die Erde zurück. Nun, eine Wiedergeburt werden Sie nicht erleben; geschätztes Publikum. Ernest Rychiger kehrt so zurück, wie er die Welt verliess: als bemitleidenswerter Looser und Trinker. Dabei begleiten ihn seine Schutzengel. Das ist eigentlich klar, schliesslich hatten sie ja auch nicht aufgepasst, sonst wäre Ernest ja gar nie verunfallt! |
Impressionen aus dem Stück |
Nachdem sich der erste Akt also im Sekretariat vor dem Himmelstor abspielt, wo noch weitere, sonderbare Gestalten anzutreffen sind, verfolgt man das Geschehen im zweiten Teil auf der Erde. Da sitzt er nun der arme Tropf, in seiner gewohnten Umgebung vor der Stammkneipe – besser gesagt dem Kebab-Laden. Hier scheint man nicht einmal richtig wahrgenommen zu haben, dass er gefehlt hat. Es kommt wie es kommen muss: man kippt erneut ein Bier und lästert über die anderen. Tja, was soll der Rychiger schon ausrichten, wenn sich Mutter und Tochter verkrachen? Bringt er den Handwerker zur Vernunft, der seine Garage in den Konkurs treibt? Traut man ihm zu, als Heiratsvermittler erfolgreich zu sein? Fragen über Fragen, und einzig Ernest soll’s richten! Wenn das mal gut geht?
Mit „Paradies retour“ wagt sich die TGOB an ein „schräges Stück“ heran (Zitat Jürg Guhl). Es wird sehr aufwändig, sei es beim Bühnenbild, der Maske und den Kostümen oder der Technik. Und vor allem das Schauspiel wird gefordert. Viele Charaktere verlangen eine präzise, wenn auch leicht überzeichnete Präsenz. Aktionen und Reaktionen auf mehreren Ebenen - mit und ohne Worte - verlangen von den Darstellerinnen und Darstellern alles. Bei diesem typischen Ensemble-Stück ziehen alle gemeinsam am Strick und machen es dadurch besonders reizvoll. Obwohl die Kurzbeschreibung einen ernsthaften Hintergrund verrät, ist eines sicher: der Humor kommt nicht zu kurz. Dafür sorgen herrliche, ja besser noch, geradezu göttliche Dialoge. Auch die da und dort pointierte, absurde Situations-Komik verleiht dem Schauspiel heitere Frische und Witz. Unser Regisseur ist überzeugt, dass Sie bezüglich Lachmuskelkater entsprechende Vorkehrungen treffen sollten, das sagt ja schon alles…
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