Währe ich ein Zirkusdirektor, hiesse es „herrrrein spaziert, sehr verehrtes Publikum!“ Stünde ich am Marronistand, riefe ich „feine Marroni“. Und stünde ich am Bankschalter, hiesse ich Sie freundlich willkommen mit einem „guten Tag, was kann ich für Sie tun?“ Tja, aber was sagt man beim Empfang in der Notfallstation dem Verunfallten? Oder wie begrüsse ich den Patienten, wenn ich bei einer Zahnarztpraxis angestellt währe? Als Regisseur bin ich also gefordert, Sie trotz der unbeliebten Spitalumgebung anzulocken und für einen gelungenen Abend zu sorgen. Bestimmt werde ich unterstützt durch den schön geschmückten Theatersaal und die toll hergerichtete Bühne. Auch die weitum bekannte Küche gibt ihr Bestes, um Ihren Gaumen zu verwöhnen. Doch was zählt, ist letzendlich die gute Unterhaltung und das gekonnte Spiel rund um eine lustige Geschichte, wie sie sich der bekannte Auto Karl Wittlinger ausgedacht hat.
Und eigentlich ist es ganz einfach: wir spielen frisch und froh von der Leber weg und geniessen eine herzzerreissende Geschichte von einem gewieften „Gartenhag und Landstreicher“, der sich seit Jahren in dieser Umgebung zu Hause fühlt! Er führt die Ärzte des Hauses geschickt an der Nase herum und fühlt zwei Erbschleichern auf den Zahn. Dem verliebten Spitalpersonal nimmt er den Herzschmerz und seinem Zimmernachbarn öffnet er die Augen. Dazu braucht er keine Medikamente oder fuchtelt mit Skalpell herum. Hubert, wie er heisst, lässt seinen Schalk und Charme spielen! So lange, bis es Ihnen liebe Zuschauer danach ist, ihr Zwerchfell zu entlasten! Unsere Charakterfiguren werden gefordert sein und geben alles, damit uns dies gelingt. Ebenso alle Beteiligten rund um die Bühne und ich selbst! Wenn uns dieser Kunstgriff gelingt, dann sind Sie geheilt. Denn eines ist gesichert: Lachen ist die beste Medizin!
Mit dem Titel „Herzschrittmacher“, wie das Stück im Original heisst, wird ebenso wenig oder viel verraten wie mit dem Mundart-Titel „S‘ Elektrisch Herz“. Eine Handlung, die sich in einem Spitalzimmer in unserer Region abspielt, erzählt die Geschichte unseres Landstreichers „Hubert“.
Die hochdeutsche Fassung stammt von Karl Wittlinger, einem bekannten Theaterautor aus Deutschland. Die Rechte verwalten heute seine Erben bzw. in der Schweiz der Musikverlag und Bühnenvertrieb Zürich AG.
„S‘ Elektrisch Herz“ - noch nie gehört – oder gar gesehen? Umso besser – denn damit bleibt die Spannung bis zur Première erhalten. Obwohl, die Gelegenheit das Stück zu sehen gab es schon öfter, auch in unseren Breitengraden oder 2005 in Kriens am Tiroler Theaterfestival.
Das Stück ist kritisch, nimmt die Doktoren und Krankenschwestern auf die Schippe. Passt es gar in unsere Zeit, in der das Gesundheitswesen oft zu reden gibt? Unser Landstreicher lässt sich unter Vorspielen falscher Tatsachen ins Spitalbett verfrachten. Dabei kommt auch er nicht immer so gut weg, wenn man es genauer betrachtet. Der Zuschauer nimmt ihm das aber nicht lange übel, denn der lustige Schalk, der in ihm steckt, hat auch viele gute Seiten: Humor und ein Herz für alle, die benachteiligt werden, so wie er. Und schlau ist der Kerl! Seinen Bettnachbarn inklusive erbgieriger Schwester und Schwager führt er an der Nase herum. Dann eine Beamtin, die er wegen seiner angeblichen Schwarzarbeit in ihrem Garten in Bedrängnis bringt und natürlich die Ärzteschar. Dazu nutzt er sein angelesenes Fachwissen der Medizin oder der Juristerei. Obwohl – zugegeben, die Begriffe bringt er manchmal ganz schön durcheinander …
Der Autor: Karl Wittlinger
Wittlinger war der Sohn eines Tischlers. Er wurde nach dem Abitur zur Wehrmacht eingezogen und war Soldat in Afrika, wo er verwundet wurde und in französische Gefangenschaft kam. Nach Kriegsende begann er ein Studium der Germanistik und Anglistik in Freiburg im Breisgau, das er 1950 mit der Promotion zum Dr. phil. abschloss. Schon als Student leitete er eine englischsprachige Studentenbühne. Von 1950 bis 1952 war Wittlinger Dramaturg und Regieassistent an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau. Seit 1953 war er freier Schriftsteller. Nach Bühnenerfolgen und mehrfachen Auszeichnungen wurde er 1968 künstlerischer Beirat des Stadttheaters Konstanz. Von 1970-1982 lebte er in Berlin. Dann zog er in seine badische Heimat zurück und lebte in Horben bei Freiburg im Breisgau. (Wikipedia)
 |
Andreas Herzog
Regisseur
|
|
 |
Rolf Moesch
Hubert Schröpfle
Gelegenheitsarbeiter und Landstreicher
|
| |
|
|
|
|
 |
Klaus Bühlmann
Alfons Obermüller
Landwirt
|
|
 |
Lisbeth Niederberger
Paula Amsler
Schwester von Alfons
|
| |
|
|
|
|
 |
Joe Kaufmann
Viktor Amsler
Ehemann von Paula
|
|
 |
Jürg Gull
de Herr Professor
Chefarzt
|
| |
|
|
|
|
 |
Utz Richter
Hr. Dr. Rupp
Oberarzt
|
|
 |
Anna Omlin
Walpurga
Oberschwester
|
| |
|
|
|
|
 |
Margrith Rüegsegger
Karin
Krankenschwester
|
|
 |
Dani Cepeljnik
Gottfried
Hilfspfleger
|
| |
|
|
|
|
 |
Eveline van den Berg
Frau Hermine Kehrli
Beamtin
|
|
 |
Irma Betschart
Regieassistentin
Einflüsterin
|
| |
|
|
|
|
|